Wieder fit werden durch Rehasport (Rehabilitationssport)

Immer mehr Menschen leiden an chronischen Krankheiten, die auf Dauer das Leben beeinträchtigen und die Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität der Menschen einschränkt. Viele Menschen haben Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System, mit dem Rücken oder sie leiden an anderen chronischen Krankheiten. Die Ursachen sind vielfältig: Unfälle, Verschleißerscheinungen, dauerhaft schlechte Haltung oder andere Gründe. Wenn man nichts dagegen tut, führt dies über kurz oder lang zu weiteren Problemen. Doch Sie sind hier nicht dem Schicksal überlassen, sondern können aktiv etwas dagegen tun.




Gut ausgebildete Therapeuten können Ihnen dabei helfen und Sie auf dem Weg mit gezielten Maßnahmen begleiten. Rehabilitationssport (Reha-Sport) ist eine gezielte Maßnahme, um die Teilhabe am Arbeitsleben und an der Gesellschaft zu fördern. Außerdem soll der Sport helfen, Einschränkungen durch Behinderungen zu vermindern oder ganz zu verhindern. Reha-Sport basiert auf gesetzlichen Grundlagen und wird von den öffentlichen Rehabilitationsträgern (z.B. Krankenkassen, Unfallversicherungen oder der landwirtschaftlichen Rentenversicherung) finanziert.

Wann benötigen Sie Reha-Sport?

Reha-Sport kann bei einer Vielzahl von akuten und chronischen Krankheiten sinnvoll sein. Reha-Sport ist eine ergänzende Maßnahme im Zuge medizinischer Rehabilitation. Ziel des Sportes ist es, dass Sie zusammen mit Menschen in einer ähnlichen Situation mit Sport wieder fit werden oder einer drohenden Behinderung entgegenwirken. Dadurch werden Ihre Alltagsbeschwerden verbessert und das Risiko von Folgeerkrankungen wird verringert. Beispiele für Krankheiten, bei denen sich Rehasport immer wieder bewährt, sind Krankheiten des Bewegungsapparates, des Herz-Kreislauf-Systems oder Autoimmunerkrankungen.

rehasport für die rehabilitationKonkrete Beispiele sind die Lungenkrankheiten Asthma bronchiale oder COPD, aber auch bei Krankheiten wie bei Morbus Parkinson, Morbus Bechterew und Multiple Sklerose wird Rehasport gerne eingesetzt, um das Befinden der Patienten zu verbessern. Denn Sport wirkt sich sowohl auf Ihren Körper als auch auf Ihre Psyche positiv aus. Aus diesem Grund gehen spezielle Rehasportangebote auch gezielt auf die psychischen Aspekte von Krankheiten ein. Es gibt zum Beispiel Angebote, die das Ziel haben, das Selbstbewusstsein von Mädchen und Frauen, die an Behinderungen leiden, zu stärken.

Da Herzerkrankungen mit fortschreitendem Alter immer mehr zunehmen, gibt es im Reha-Sport spezielle Herzsportgruppen. Diese zielen besonders auf Patienten ab, die bereits einen Herzinfarkt oder eine Operation am Herzen hatten. Teilnehmen können auch Patienten, die an Herzinsuffizienz, Koronarer Herzerkrankung oder Klappenfehlern leiden.

Wie können Sie Rehasport in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich kann jeder, der gewisse Kriterien erfüllt Rehasport in Anspruch nehmen. Ziel ist es, nach Unfällen oder Krankheiten die Teilhabe am Arbeitsleben und an der Gesellschaft zu fördern bzw. wiederherzustellen. Außerdem leistet Rehasport einen großen Beitrag, wenn es darum geht, das Risiko von orthopädischen, internistischen oder psychischen Folgeerkrankungen zu vermindern. Denn beim Rehasport wird die Prävention gestärkt. Rehasport wird aus diesem Grund von den Rehabilitationsträgern zeitlich befristet finanziert. Um Rehasport zu beantragen sind zwei Schritte nötig:

  1. Im ersten Schritt muss der Sport grundsätzlich von einem Arzt oder einer Ärztin bzw. von einer stationären Rehaklinik verordnet werden.
  2. Bevor mit dem Rehasport begonnen wird, muss als zweiter Schritt bei der zuständigen Krankenkasse (bzw. beim zuständigen Kostenträger) ein Antrag auf Kostenübernahme eingereicht werden. Wenn diesem Antrag zugestimmt wurde, kann mit dem Sport bei einer geeigneten Gruppe begonnen werden.

Über welche Ausbildung verfügt Ihr Therapeut für Rehasport und welche Behandlungsmöglichkeiten hat er?

rehasport zur wiederherstellung der bewegungsfähigkeitMeistens leiten erfahrene Physiotherapeuten, Krankengymnasten oder Ergotherapeuten eine Rehasportgruppe. Neben den grundsätzlichen Ausbildungen in diesen Berufen und der Berufserfahrung benötigt man in Deutschland eine spezielle Zusatzausbildung. Um eine Rehabiltationssportgruppe leiten zu dürfen benötigt man die Lizenz „Übungsleiter/in B – Rehabilitationssport“ des Deutschen Behindertensportverbands. Dafür müssen die Trainer eine Grundlagenausbildung und einen so genannten indikationsspezifischen Block absolvieren. Je nach gewünschter Spezialisierung kann dieser Zusatzblock aus den Bereichen Orthopädie, Innere Medizin, Neurologie, Geistige Behinderung, Sensorik oder Psychiatrie gewählt werden. Ihre Therapeuten müssen ihre Lizenz darüber hinaus regelmäßig auffrischen und sich fortbilden, um Ihnen ein optimales Sportangebot bieten zu können.

Essenziell für das Gelingen einer Rehasportgruppe ist, dass Ihr geschulter Therapeut alle Übungen leistungsgerecht auf die Teilnehmer der Gruppe anpassen kann. Das schafft der Trainer, indem er Übungen in verschiedenen Intensitäten anbietet, um möglichst jedem Kursteilnehmer gerecht zu werden. Im Wesentlichen fördert Rehasport durch gezieltes Funktionstraining bei den Teilnehmern die folgenden Bereiche:

  1. Kraft
  2. Ausdauer
  3. Koordination
  4. Flexibilität

Außerdem spielt das Erlernen von Entspannungsverfahren eine immer wichtigere Rolle beim Rehasport.

Wie lange dauert Ihre Behandlung und welche Erfolge sind zu erwarten?

Wie lange Rehasport verordnet wird, hängt von Ihrer Krankheit und der Schwere derselben ab. Grundsätzlich ist Rehasport ein langfristiger Ansatz. Aus diesem Grund wird in der Regel eine Erstverordnung für 50 Einheiten von mindestens 45 Minuten ausgestellt. Diese müssen innerhalb von eineinhalb Jahren (18 Monaten) absolviert werden. Normalerweise ist die Verordnung auf maximal zwei (in Einzelfällen auch drei) Einheiten pro Woche festgelegt. Für Herzpatienten gelten besondere Regeln: Hier verordnen Ärzte im Normalfall 90 Übungsstunden für eine Koronarsportgruppe innerhalb von zwei Jahren. Eine Übungseinheit muss bei Herzpatienten mindestens 60 Minuten dauern, um gezielt die Ausdauer zu stärken.

rehasport für seniorenWichtig beim Rehasport ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie als Patient auch über den Besuch der Sportgruppe hinaus aktiv sind. Ziel ist es, dass Sie Ihren Alltag möglichst selbstständig gestalten können und wieder fit werden. Aus diesem Grund ist es im Sinne eines jeden Patienten, selbstständig tätig zu werden und sein Sportprogramm zu Hause fortzuführen. Die Anleitung zu Übungen und Aktivitäten für zuhause bekommen Sie durch den erfahrenen Trainer in der Rehasportgruppe.

Außerdem können Sie sich auch mit den anderen Kursteilnehmern über ihre Erfahrungen austauschen. So erhalten Sie oft auch ganz praktische Hinweise und Tipps, wie Sie im Alltag fitter und flexibler werden. Wir wünschen Ihnen alles Gute!